Back from China

In der vergangenen Woche habe ich an einer Delegationsreise des Schleswig-holsteinischen Wirtschaftsministers nach China – Hangzhou und Shanghai – teilgenommen und möchte kurz über meine persönlichen Erkenntnisse berichten.  _ „Schön ist was anderes“: In beiden Städten wird so was von massiv gebaut, dass die Pariser Banlieues fast wie Kleingartensiedlungen anmuten; Gewerbegebiete, Development Areas genannt, umfassen zig Quadratkilometer; komplette Universitäts-Campusse für tausende Studierende werden binnen Monaten hochgezogen; China hat offensichtlich riesige Wachstumsherausforderungen, versinkt aber dabei keineswegs ins Chaos; alles wirkt geordnet. Aber unsere Vor-Ort-Problemthemen relativieren sich doch erheblich.

„Keine Geschäftemacherei“: Goldgräberstimmung und Schnäppchensucherei werden abgelöst durch normales Business. Tausende deutsche Firmen sind etabliert, haben ihrerseits Zulieferer nachgezogen bis hin zu kleinen Druckereien o.ä.; China ist ein internationaler Markt wie andere auch, nur viel größer und natürlich ein bisschen anders. Das zu verstehen hilft das Beratungsbüro der WTSH Wirtschafts- und Technologieförderung in Hangzhou; klein, aber wirksam und eine prima erste Anlaufstelle für China-interessierte Firmen. Aber“billig ist nicht mehr“: Wer China als billige Einkaufsquelle sieht, wird zunehmend enttäuscht sein; im Maße der Wirtschaftsentwicklung steigen Löhne und Preise noch weiter. „… oder gleich zu Alibaba“: In seinem Wachstum scheint China wohlmöglich die Entwicklung von Einzelhandelsstrukturen zu überspringen; Alibaba hat sich zu der Online-Handelsplattform ausgebaut, ohne die in China nix mehr läuft; und dies auch im internationalen B2B; wer nach China schaut, kommt am Online-Handel nicht vorbei.

Aus Gesprächen mit Universitätsleuten habe ich des Weiteren den Eindruck gewonnen, dass die technologisch-innovative Wettbewerbsfähigkeit von China ob ihrer vordergründigen anderen Wachstumsprobleme eher noch lange nicht gegeben ist;  aber ausruhen gilt natürlich trotzdem nicht: „Klein Lübeck und Schleswig-Holstein“ sollten schon gerade deshalb die hiesige Hochschullandschaft sorgsam pflegen.

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